MGV Germania, Stadtkapelle und Landesspielleutekorps erinnern gemeinsam an einen Pfeifertag
Buldern. Als einen wahrlich musikalischen Höhepunkt zwischen den beiden Wettbewerbstagen der Landesmeisterschaft der Spielleute in NRW konnte man die Abendveranstaltung in der Mehrzweckhalle bezeichnen. Im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens stand die Suite in sechs Sätzen für Chor, Blasorchester und Spielleute-Korps „Der hohe Tag“ von Friedrich Deisenroth. Ein Werk, wo der Komponist die Pfeifertage im Westfalen des 17. Jahrhundert nachahmt. Auch schon damals waren die Pfeifertage musikalische und gesellschaftliche Höhepunkte, kamen einem Volksfest gleich.
Mit dem MGV Germania Buldern unter der Leitung von Otto Groll, der Stadtkapelle Dülmen (Leitung Erich Holtstiege) und dem Landesspielleutekorps (LSK) des Volksmusikerbundes NRW (Leitung Henner Schumann) waren insgesamt rund 145 Musikanten auf der Bühne. Unterhaltsam und informativ moderierte Jürgen Knebel. Die einzelnen Ensembles stellten sich zum Beginn des Abends mit einem musikalisch Beitrag einzeln vor. Hier bereits zeigten die Interpreten ihr hohes musikalisches Niveau, denn das war vom „Hohen Tag“ auch gefordert. Die einzelnen Gruppen saßen in der Mehrzweckhalle nebeneinander, und deshalb mahnte Erich Holtstiege auf der Generalprobe: „Ihr müsst jeden Schlag abnehmen, dürft nicht nach Gefühl oder aus dem Bauch heraus spielen.“
Dieser Hinweis verfehlte seine Wirkung nicht, und das Ergebnis zeigte sich, trotz der räumlichen Distanz, im absoluten perfekten und harmonischen Zusammenspiel. Mit dem Glockenschlag zur vollen Stunde und einer mittelalterlichen Turmmusik und Fanfarenklängen gleich, begann der erste Satz, der mit „Die Ratsmusikanten auf dem Turm“ bezeichnet wird und den „Hohen Tag“ einleitete. Auch heute noch bei vielen Spielleuten in der Tradition, das musikalische Wecken, das sich im zweiten Satz in der „Tagwacht“ ausdrückt. Sakral erklang der dritte Satz „Im Münster“ bevor es im vierten Satz würdevoll zum „Bankett“ ging. Virtuos und mit einfühlsamer Dynamik der Trillertanz, von den Trommlern des LSK eingeleitet, um dann im ständigen Wechsel von Tempo und Zusammenspiel von Spielleuten und Blasorchester in einem fulminanten Klangrausch zu enden. Einem eigenen Zapfenstreich gleich begannen die Spielleute den letzten Satz, der mit „Nachtwache“ überschrieben ist.
So wie der Tag mit dem Glockenschlag begann, so wurde er mit zehn Schlägen beendet. Ausdrucksstark das große Finale, wo das berühmte Nachtwächterlied zu hören war. Strahlend und einfühlsam der MGV Germania Buldern mit Günter Homann, der den Solopart im Nachtwächterlied sang. Das Publikum konnte einfach nicht anders, als sich mit stehenden Ovationen für die eindruckvolle Darbietung zu bedanken. Zum Kommentar von Prof. Dr. Hans-Walter Berg, einer der Juroren des Wettbewerbs: „Ein Klang der berührt, der verzaubert, vollkommene Verschmelzung von Spielleuteflöten“, muss man einfach nichts mehr hinzufügen.
Manfred van Os, Dülmener Zeitung
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